Glauben IT-Händler tatsächlich, dass Kunden nicht rechnen können?

Mal wieder ein Beispiel aus "dem echten Leben".

Es ist wirklich unglaublich, wie manche IT-Händler/Systemhäuser versuchen, Ihre Kunden "auszunehmen".

Vor gut vier Wochen erhielt ich per eMail eine Anfrage zur Erstellung eines Angebotes über Virenschutzsoftware in einem kleinen Netzwerk. Ein Server (SBS) und acht Windows-Client-PC`s. Da mir die Umgebung ansonsten unbekannt war, schlug ich zwei -durch mich gerne eingesetzte- Lösungen vor und bat um einen Vor-Ort-Termin, damit ich mir die Gegebenheiten genau ansehen konnte. Nachdem ich einige Zeit nichts mehr vom Interessenten hörte, lies ich die Sache erst einmal ruhen.

Letzte Woche erhielt ich per eMail jedoch "plötzlich" direkt den Auftrag zur Lieferung ;-)

Trotzdem -oder gerade deswegen- vereinbarte ich jetzt mit dem Kunden direkt den oben bereits genannten "Besichtigungstermin". Zu meiner Überraschung stellte ich fest, dass der Kunde genau die Software bereits einsetzte, welche ich vorgeschlagen hatte. Lediglich der Softwarepflege-Wartungsvertrag lief langsam aus und musste verlängert werden. Soweit, so gut. Das Beste an dieser Geschichte kommt aber noch.

Der "alte" IT-Dienstleister, welcher den Kunden bis dato betreute, die aktuelle Installation kennt und vermutlich selber installierte, hat aber eben nicht lediglich die Vertragsverlängerung (knappe € 210,- netto) angeboten, sondern locker den Software-Box-Neupreis offeriert. Das sind mal eben ca. € 600,- netto. Natürlich zzgl. Anfahrt und Vor-Ort-Service nach Aufwand.

Ach ja. Einen Produktnamen der Antivirensoftwarelösung hat der Marktbegleiter in seinem Angebot natürlich nicht genannt. Lediglich "Antivirenlösung für Server bzw. PC/Laptop". Das macht die Sache auch so wunderbar transparent für den Kunden.

Dem Kunden habe ich es so erklärt: das Angebot beschreibt lediglich eine Produktkategorie. Aber nennt kein Produkt. Dies ist so, als wenn ich mir ein Auto kaufen möchte und der Händler mir nicht sagt, ob ich das Geld für einen Golf oder eine E-Klasse ausgeben werde. Ein Auto halt. Das muss reichen. Meint zumindest der Händler.

Das der Kunde das anders sieht, ist dem Händler jetzt aber auch bekannt.

Mich würde nur noch interessieren, wie viel Aufwand berechnet worden wäre!? Denn der Hersteller der Antivirensoftwarelösung verlängert die Lizenz nach der Bestellung direkt und zentral in seinen Datenbanken....